Fit werden und bleiben mit Hund

Veröffentlicht von Pedi am

Fit werden und bleiben mit Canicross

…und warum Canicross nicht gleich „Joggen mit Hund“ ist! ….und ein paar Tipps vom Profi!

Vielleicht haben es ein paar von Euch Lesern mitbekommen: wir haben den Tough Hunter auf Schloss Arenfels mit unserem Team „Jägermeisterinnen“ erfolgreich mitgemacht. Es war einfach großartig, hat hölle viel Spaß gemacht und wir sind dabei uns für das nächste Event im September anzumelden.

Das bedeutet natürlich auch, das Locke und ich weiter trainieren und fitter werden. Wie machen wir das? Wie sieht unser Trainingsplan aus? Und warum ist Canicross anders als „Joggen mit Hund“? Und wie sieht das Ganze bei erfahrenen Canicrossern aus?

Generell heisst es ja, das Joggen supergesund ist, fit hält, es jeder machen kann und ein leicht zugänglicher Sport ist. Wie oft habe ich das schon versucht!? …und immer wieder aufgehört. Das Ding beim Joggen ist einfach, dass man geneigt ist, sich zu sehr mit seiner eigenen Misere zu beschäftigen. Die Gedanken kreisen um die knirschenden Knie oder die mangelnde Puste. Es heisst man soll sein Tempo und seinen Rhythmus finden. Jo. Falls man dann tatsächlich mal eine konstante Geschwindigkeit gefunden hat, wird es sterbenslangweilig. So ging es mir jedenfalls immer. 

Bis ich angefangen habe mit Hund zu laufen. Also, den Hund am Canicrossgurt einzuhaken und hinterher zu laufen. Mich auf den Hund eingelassen habe – gesprintet oder getrödelt, abrupt gestoppt und teilweise auch gemütlich getrabt. Das Gefühl, gemeinsam sportlich zu sein ist einfach viel schöner, als alleine seine Kilometer abzuarbeiten. 

Das Training habe ich mit ein, zwei Kilometern Strecke angefangen, wobei ich „traben“ und „gehen“ gewechselt habe, immer wenn ich nicht mehr konnte. Mittlerweile gehen Locke und ich zwei mal die Woche „rennen“ wie ich es nenne. Eine Strecke von 3,4 km und eine Strecke von ca. 6 km. Eigentlich würde ich gerne eine dritte Trainingseinheit mit einem längeren Lauf (ca. 10km) dazu machen, aber momentan arbeite ich noch daran meinen Arbeitsrhythmus dahin abzustimmen, damit ich das irgendwie hinkriege.

Hier seht ihr Franziska mit ihrer Rosa – die Zwei haben mich überhaupt erst auf die Idee mit Canicross gebracht. Franziska hat letztes Jahr auf facebook gefragt, ob sie jemand in Bad Hönningen beim Tough Hunter anfeuern kommt. Das haben wir getan und dabei ist der Virus sozusagen übergesprungen. 

Zur Motivation und Inspiration habe ich Franziska ein paar Fragen gestellt:

Wie trainierst Du, wie viele KM läufst du in der Woche?

Rosa und ich trainieren absolut nach Lust und Laune. In der Zughundesaison fahren wir mehrmals die Woche Dogscooter (Strecken zwischen 5 und 25 km) und vor Wettkämpfen laufen wir vermehrt. Da wir beide über eine gute Grundkondition verfügen, lassen wir die Veranstaltungen aber häufig auf uns zukommen.
Wenn ich wirklich ernsthaft trainieren würde, würden wir vermutlich dreimal die Woche starten und zwischen 8 und 12 km pro Tour laufen. Genauso wichtig sind aber auch die Regeneration und entspannte Spaziergänge zwischendurch.

Für mich ist das ultimative Fitness-dran-bleiben-Geheimnis – das Team! Die wunder wunderbaren Jägermeisterinnen! Beim Tough Hunter sind wir sage und schreibe 12,5 km gelaufen und haben 30 Hindernisse überwunden. Wir haben uns gegenseitig geholfen, angefeuert und auf uns aufgepasst. Isabell mit Mogli, Julia mit Charlie, Linda mit Sia und Jessica mit Tayri sind meine allergrößte Motivation. Um mit diesen tollen Frauen und Hunden mitlaufen zu können, trainieren Locke und ich. 

Das ist unser Rezept um fit zu werden und zu bleiben: Canicross mit Hund und Team. Wir wollen uns für das Camp Canis im September in der Eiffel anmelden. Aber es gibt ja noch viel mehr…

Mal sehen, welche Veranstaltungen und Events unsere Franziska mitmacht und wie die sich unterscheiden : 

Welche Veranstaltungen machst Du mit und welche gefällt dir am Besten und warum?

Bisher haben meine Hündin Rosa und ich an sieben Canicross-Veranstaltungen teilgenommen. Zweimal beim Tough Hunter auf Schloß Arenfels, dreimal bei Camp Canis, einmal beim StrongDog wild&dirty NORTH und einmal beim Hunde-Outdoor-Festival (Dogduathlon in Kombination mit Dogscooting). Einen Favoriten kann ich gar nicht kören. Beim Tough Hunter und bei Camp Canis geht es vor allem um das Team und es werden gar keine Zeiten gemessen. Es sind beides sehr schlammige Events, wo es Hindernisse zu überwinden gilt. Allerdings sind die Aufgaben bei den Veranstaltungen unterschiedlich, sodass ich sie nicht vergleichen mag.

Machst Du nur das Canicross mit Hindernissen (Tough Hunter, Camp Canis) oder auch das „richtige“ – mit den kurzen Sprintdistanzen?

Bei den StrongDog Events wird die Zeit gemessen, doch im Vordergrund steht weiterhin der Spaß mit dem Vierbeiner und dessen Gesundheit. Der wild&dirty NORTH geht auch über Hindernisse, allerdings ist man viel schneller unterwegs. Beim Dogduathlon mussten wir etwa 2 km im Canicross bewältigen. Ein reines CC-Rennen sind wir jedoch noch nicht gelaufen.

Was ist dein Rat/Tipp für diejenigen die sich für die Sportart interessieren?

Der ultimative Tipp ist, sich erst einmal ausgiebig mit dem Sport und dem Equipment auseinander zu setzen. Die Wahl des richtigen Zuggeschirres ist dabei der schwierigste Part, der jedoch ausschlaggebend für die Freude und den Erfolg im Sport ist. Sobald das richtige Equipment da ist, rate ich, alles ohne falschen Ehrgeiz anzugehen: letztendlich geht es um das gemeinsame Erleben mit dem Hund und gut Ding will Weile haben. Wenn der Hund erst einmal verstanden hat, worum es geht, kann es eine super Auslastung für Zwei- und Vierbeiner werden. Rosa und ich mussten z.B. erst einmal herausfinden, wo und wie die Zugmotivation am besten herausgekitzelt wird. Das war bei Rosa im Wald, am besten in der Dämmerung. Mittlerweile zieht sie aber auch am Tage richtig gut.

P.S.: Wir laufen mit dem Omnijore-Zugsystem von Ruffwear – das HundeNerd-Geschirr ist zwar ein gutes Allround-Geschirr aber kein Zuggeschirr. Bei dem Equipment von Ruffwear finde ich die Polsterung und auch den Schnitt recht gut. Der Gurt für den Mensch ist super, die Taschen daran sind klasse. Einzig die Verbindung von der Leine an den Gurt ist m.E. ein wenig schwach, aber das habe ich mit einem Karabiner und Soft-Link ganz einfach geändert. 

Für mich und Locke ist Canicross eine tolle Art gemeinsam zu trainieren. Wir haben beide Spaß daran und freuen uns auf jede Trainingseinheit die wir in den Alltag integriert kriegen und erst recht über weitere Events, die wir mit unserem Team bestreiten können.


2 Kommentare

Veronika · 25. November 2018 um 17:20

Hui das sieht nach prima Hunde-Mensch Teamwork aus. Mit unserem kleinen Dackel wäre das aber wohl eher nichts 😉

    Pedi · 26. November 2018 um 11:56

    Och, würde ich so nicht sagen! Da waren auch Menschen mit sehr kleinen, aber sportlichen Hunden unterwegs! Dein Dackel muss ja nicht ziehen, hauptsache er rennt mit!

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