konnektiv korrektiv

Veröffentlicht von Pedi am

warum Hunde möglicherweise die wichtigste Spezies für die nahe Zukunft sind

Wir leben in turbulenten Zeiten. Der Klimawandel schreitet in großen Schritten voran, der Planet wehrt sich gegen die Art und Weise, wie wir mit ihm umgehen. Die Jahreszeiten sind schon fast nicht mehr berechenbar. Furchtbare Stürme und Dürren sind an der Tagesordnung, die Insekten und viele Tiere sterben aus.

Wir kommunizieren mit so vielen Menschen wie nie zuvor und fühlen uns doch einsam. Theoretisch können wir alles wissen, Informationen überfluten uns und lassen uns doch ratlos. Absurde, paradoxe Zeiten.

 In Australien zerstören apokalyptische Waldbrände Flora und Fauna und doch werden Millionen für das Silvesterfeuerwerk ausgegeben. Alle sind betrübt über den Tod der Affen und Tiere im Krefelder Zoo, aber das unsägliche Leid, das Milliarden von Schweinen, Kälbern, Kühen, Lämmer und Schafe in der Massenfleisch-Industrie ertragen müssen, kümmert wenige. Komisch, verdreht, und kaputt das Ganze, irgendwie.

Aber was haben unsere Hunde damit zu tun?

Warum sage ich, dass Canis lupus familiaris die wichtigste Spezies auf diesem Planeten sind? Warum sind Hunde so toll? So essentiell?

Zugegeben, meine Sicht, als Gründerin der Marke HundeNerd ®, ist möglicherweise etwas koloriert. Ich konnte noch nie an einem Hund vorbei gehen, ohne diesen (und seinen Menschen) zumindest anzulächeln. Mit den Schäferhunden meines Vaters habe ich laufen gelernt. Seit zwanzig Jahren habe ich eigene Hunde und wenn ich tatsächlich mal ohne diese unterwegs bin, schwatze ich meistens die Leute mit Hunden an, um ein bisschen über ihren Schützling zu plaudern.

Ich sehe jeden Tag bestimmt hunderte Hundefotos auf Instagram, Facebook und Co. und es wird mir nie überdrüssig. Wenn ich Gäste zur Geschirranprobe im HundeNerd ® Brand Management Center habe, fühlt es sich an wie Weihnachten: ich darf einen neuen Hund intensiv kennen lernen!

Warum bloss, sind Hunde so unfassbar wunderbar?

Dafür gibt es viele, viele Gründe, die zeitgleich profunde Auswirkungen auf uns und daher auf unsere Mitmenschen und unseren Planeten haben. Alles hängt sowieso miteinander zusammen. Wir sind alle eins.

 

Also, analysieren wir das was Hunde mit uns machen, was sie für uns tun, was ihr Wesen ausmacht, warum sie so wichtig sind:

Zuerst und ganz offensichtlich, öffnen uns Hunde das Tor zur Natur. Allein schon dadurch, dass sie „raus müssen“. Durch die Spaziergänge bewegen wir uns durch den Wald und über Wiesen. Sofern wir das Handy in der Tasche lassen, die beste Möglichkeit uns wieder mit dem zu verbinden, was wir einst waren: Jäger und Sammler.

Habt ihr schon mal mit den Hunden zusammen „gejagt“? …also, mit ihnen gemeinsam nach aktiven Mäuselöchern gesucht? …Stellen angezeigt, wo möglicherweise Wildfährten sind? Damit macht ihr nicht nur eure Hunde glücklich, sondern schult auch noch eure Wahrnehmung!

Mittlerweile kann ich sehen, wie frisch benutzte Wildwechsel aussehen, ich rieche die Nähe der Wildschweine und merke an der Körpersprache der Hunde, wo Wild unterwegs ist. Derzeit arbeite ich daran, zu entschlüsseln, WELCHE Tiere in der Nähe sind.

Allerdings sehe ich auch die Narben, die die Natur trägt. Bei einem Mai-Spaziergang im Hunsrück, durch Felder und Weiden, war ich sehr geschockt. Die Wiesen waren komplett ohne „Unkraut“, kein Löwenzahn, kein gar nichts. Keine Blüten. Keine Bienen. Keine Vögel. Krass.

 

Dennoch:

Bei der Dummy-Arbeit, beim marschieren, beim herum schnüffeln mit den Hunden, bin ich ganz bei mir. Gedanken an To Do Listen verschwinden einfach. Meine Hunde bringen mich ins hier und jetzt. Es gibt nichts was den Stress so schnell und effektiv verschwinden lässt, wie eine große Hunderunde. Gassi ist Heilmittel.

Überhaupt können wir uns von den Hunden abgucken, wie Meditation geht. Wie „im Moment sein“ funktioniert. Wir haben wahre Zenmeister, die mit uns wohnen. Welch eine Inspiration!

Aber auch eine Herausforderung!

Hunde schulen uns in unserer Achtsamkeit. Sind wir nicht konsequent oder schlampig in der Kommunikation mit ihnen, zeigen sie uns das sofort. Hunde wollen Klarheit und auch Entschlossenheit von uns. Sind wir nicht in der Lage, unsere Körpersprache so zu korrigieren, daß wir ordentlich mit ihnen kommunizieren können, werden wir durch ungewünschtes Verhalten abgestraft. Sind wir unaufmerksam, schlecht gelaunt, „neben der Spur“ sind es unsere Hunde auch. Ganz einfach und direkt. Mensch doof = Hund doof. So einfach ist das.

Das heißt, wenn wir Hunde wollen, die gut drauf sind, Spaß machen, sogar noch mit ihrem Menschen zusammen arbeiten, müssen wir genau das: bei uns selbst sein, freudig, kooperativ. Wir sind gezwungen an uns selbst arbeiten, um tolle Hunde zu bekommen. Hunde stellen also eine extrinsische Motivation dar, um unsere eigenen Probleme zu erkennen und zu lösen. Also, wenn wir unsere eigenen Dramen nicht angehen, weil wir gelernt haben damit zu leben, veranlassen die schwierigen, oder verhaltensoriginellen Hunde uns, Maßnahmen zu ergreifen.

 

Ein weiterer Effekt ist, daß im täglichen Umgang mit unseren Fellfreunden, Empathie, Einfühlungsvermögen und vielleicht sogar unsere telepathischen Fähigkeiten geschult werden. Allein schon, die Tatsache, daß sie es uns nicht sprachlich mitteilen können, wenn ihnen was fehlt, zwingt uns dieses zur gesteigerten Beobachtung und Wahrnehmung.

Wie sieht der Hund aus, wenn es ihm gut geht? Wie wird die Rute getragen, wenn Bauchweh angesagt ist? Wie bewegen sich die Ohren, wenn der Hund müde ist? Wie groß sind die Pupillen, wenn Stress angesagt ist?

Wir sind auf unsere Beobachtungsgabe angewiesen um den Hund zu verstehen. Je besser wir uns der Körpersprache der Caniden auskennen, umso mehr sind wir in der Lage auf die Hunde zu reagieren.

Hunde verbinden uns mit der Natur, den Menschen, und unseren Sinnen.

Wenn wir mit ihnen kuscheln wird in uns und ihnen das heilende Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Hunde sind konzentrierte Liebe auf Pfoten. Ob wir stylish oder spiessig, hübsch oder hässlich sind, ist den Hunden völlig egal. Sie lassen sich nicht mit einem dicken Bankkonto beeindrucken.

Hunde sind Achtsamkeitsberater.

Sie bringen uns in den Moment, denn wenn wir nicht gewahr sind, können wir sie nicht verstehen. Sie fordern unsere Aufmerksamkeit jenseits der Bildschirme. Sie kommunizieren auf anderen Ebenen, als jene die leicht zugänglich für uns sind.

 

Hunde tun so viel für uns.

Dabei müssen sie so viel ertragen. Wir Menschen benebeln uns mit Duftkerzen, Zigarettenqualm, Parfüm, lauter Musik. Manche unserer primatenhaften Umarmungen sind übergriffig für das kanide Verständnis von Intimzone. Wir überfordern sie mit den neuesten  Hundesportarten oder lassen sie in Langeweile vergammeln, weil wir zu wenig Zeit für sie haben.

 

Eigentlich müssten wir uns jeden Abend bei den Hunden für unsere grobe, menschliche Art entschuldigen.

Oder wir korrigieren unsere Angewohnheiten und lassen uns auf die Hunde ein. Und entwickeln somit die Fähigkeiten, die nötig sind, um die nächsten entscheidenen Jahre auf diesem Planeten zur Umgestaltung zu nutzen.

Wenn wir lernen mit Bedacht auf andere zuzugehen, rücksichtsvoller werden, fördern wir ein wohlwollendes Klima nicht nur untereinander, sondern auch im größeren Blick.

Ausserdem können wir durch die Hunde ein besseres Gespür für die Natur entwickeln und lernen, wie wir in ihrem Sinne handeln. Das ist die Basis für Veränderung unser aller gemeinsamen Zukunft auf diesem wunderbaren Planeten, auf dem es … Hunde gibt!

Allein schon deswegen müssen wir ihn retten!

Also, lernen wir unsere Hunde besser kennen und nehmen uns ein Beispiel an ihnen!


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