Seid´ lieb!

Veröffentlicht von Pedi am

Was ist bloss los mit uns!?
Wie geht es Euch in letzter Zeit?
Wundert Ihr euch auch über die Art und Weise wie wir miteinander umgehen? Habt Ihr vielleicht auch das Gefühl, dass der Ton rauer geworden ist?
In den Sozialen- und klassischen Medien, sowie aus Erzählungen auf der Hundewiese häufen sich die Meldungen von ausgelegten Giftködern. Ich höre Geschichten von aggressiven Hunden, die einfach losgelassen werden, um kleine Omi-Hunde anzugreifen. Hundebesitzer, die sich gegenseitig anpöbeln, Jogger, die Hunde treten und Spaziergänger, die Hundehalter anzeigen. Hundevermehrer, die ihre Hunde quälen, nur um Profit zu machen. Von den armen Hundeseelen in den Tierheimen fange ich gar nicht erst an.
Aaaargh! Stop!
Was passiert mit uns? Was geht hier vor?

Das hört sich ausgeleiert an, aber ´die Zeiten ändern sich´. Wenn wir die Bilder aus Indien und den USA sehen, wo Mensch und Tier mit den Wassermassen um ihr Leben kämpfen müssen, können wir mit Sicherheit sagen, dass der Klimawandel seinen Tribut fordert. Die Naturkatastrophen scheinen immer krasser zu werden. Und keiner weiß, wo „die Klimaerwärmung“ als nächstes zuschlagen wird.

Menschen, die sich von der Gesellschaft abgehängt und ausgegrenzt fühlen, formieren sich zu rassistischen, nationalistischen Einheiten und schreien „Hass!“. Manche Politiker unterstützen diese Gesten und bringen damit den Glauben an die hart erkämpfte Demokratie ins Wanken.

Arbeitsplätze und ökonomische Sicherheiten sind durch die Digitalisierung und Roboter, die alles besser, schneller und billiger machen, bedroht. Auch die so genannten „white collar jobs“ sind in Gefahr, denn die KI (Künstliche Intelligenz) kann so viel effektiver rechnen und reagieren, als Menschen es je können werden.

Dazu kommen noch machtgeile Diktatoren, Umweltzerstörung, Bienensterben, durch Pestizide verseuchte Felder und Nahrung, Überforderung durch ein heftiges Überangebot von Informationen, härteste Konkurrenz im Job, gesellschaftlicher Druck etwas darzustellen und dann vielleicht auch noch Familie, und Freunde, die Ansprüche an einen stellen.

puh

Dann ist man in seiner Freizeit endlich mal in der Natur unterwegs und es kommt ein unangeleinter, schwarz-braun gestromerter Schäferhund* auf einen zugerannt.
​….

An dieser Stelle lasse ich die Pünktchen stehen, jeder kann sich sein Bild von dieser Situation machen.
….

Ein paar meiner Freunde haben gerade das Buch „Gott bewahre“ von John Niven gelesen. Durchweg waren alle völlig high davon und ich habe ständig die Aufforderung „seid lieb“ bei passenden Gelegenheiten gehört. Laut dem Roman ist das eigentlich das einzige Gebot, was Gott den Menschen gegeben hat. Moses hat das Ganze mit seinen Tafeln dann irgendwie durcheinander gebracht. Im Prinzip reicht ja „Seid´ lieb!“ völlig aus. Damit ist alles gesagt.

Und hier ist jetzt meine Aufforderung an Dich, werter Leser: Sei lieb!
​Die Faktoren, die von aussen auf uns einwirken sind schlimm genug, da brauchen wir nicht auch noch die negativen Schwingungen unter uns verstärken. Versuchen wir uns doch in Toleranz, Höflichkeit und Freundlichkeit. Schliesslich sind wir alle Menschen und wollen alle das Gleiche: mit unseren Lieben das Leben in Frieden erleben.

Wie kann sich das „lieb sein“ im Alltag äussern? Vielleicht hilft es schon, wenn wir einfach versuchen, uns in die Lage unserer Mitmenschen zu versetzen. Angenommen wir sind der Halter des schwarz-braun gestromerten Schäferhundes und freuen uns über einen ausgelassenen Spaziergang mit unserem wohl erzogenen, wunderbaren, menschenfreundlichem Hund. Uns kommen Spaziergänger entgegen, einer davon hat aufgrund eines Traumas wahnsinnige Angst vor Hunden. Das können wir als Hundehalter natürlich nicht vorher wissen und werden dann von den Spaziergängern angeschnauzt und vielleicht sogar für irgendeinen Grund angezeigt. Wir ärgern uns über die dämlichen intoleranten Nicht-Hundemenschen, denn unser Schäfi „Killa“ ist doch superbrav und nett, der braucht doch gar nicht angeleint werden.
Die Anzeige, die Aggressivität hätten wir vermeiden können, wenn wir unseren Killa einfach gerufen hätten, angeleint, und an den Spaziergängern freundlich grüßend vorbei gegangen wären. Erstaunlich viele Menschen haben Angst vor Hunden. Wenn wir einfach versuchen, uns in die Schuhe der Anderen zu begeben, und die Welt aus der Sicht „der Anderen“ zu sehen, könnten wir die zwei Worte, das EINE Gebot, „seid lieb“ ganz einfach umsetzen.

Die simple Frage: „was fühlt mein Gegenüber?“ könnte sogar ein Weg sein, die Menschen zu erreichen, die sich nicht anders helfen können ihre Angst oder ihren Ärger auszudrücken, als Giftköder auszulegen. Wenn wir Hundehalter die höflichsten und freundlichsten Menschen überhaupt werden, unsere Hunde übervorsichtig an die Leine nehmen, die hündischen Hinterlassenschaften konsequent aufsammeln und korrekt entsorgen, und keinerlei Angriffsfläche bieten, könnten wir schon mal einen Punkt an der oben genannten Liste der Negativität bearbeiten.

Die Hundevermehrer, Diktatoren und andere übele Gestalten nehmen wir uns dann nach und nach auch noch vor…

In diesem Sinne:

An dieser Stelle herzlichen Dank an „Aram und Abra“ für die Illustrationen!
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